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Meine Oldtimer

Das Fahrzeug:

Marke: Opel

Typ: Rekord Olympia P1

Motor: 4 Zylinder- 4 Takt

Hubraum: 1500 ccm

Leistung: 45 PS/37 kw bei 3900 U/min

Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h

Erstzulassung: 23.4.1959

Das Fahrzeug befindet bis auf den Lack, div. Kleinteilen und dem Innenraumteppich im Originalzustand.

Wie kommt man zu einem Oldtimer?

Irgenwie haben mich alte Autos immer schon fasziniert. Aber schuld daran war eigentlich meine Frau, als wir eines tages auf der Autobahn einen alten Mercedes 190iger sahen.

Ich sagte:” Sieh mal ein schönes altes Auto.”

Sie antwortete:”So etwas möchtest du wohl auch mal haben!”

Ich erwiderte:” Wäre schon schön.”

Und nun kommt, womit ich niemals gerechnet hatte. Meine Frau sagte:” Dann kauf dir doch einen.”

Entdeckt hatte ich dann das Auto zufällig, Anfang des Jahres Mai 2004 in einem Anzeigenblättchen. Es stand in Bochum und der Verkäufer musste sich davon trennen, weil er wegen eines Umzuges keine Garage mehrt hatte. Aufgrund des desolatem Zustand des Innenraumes und fehlender Bremsanlage und Zündverteiler konnte ich das Fahrzeug recht günstig erwerben, denn ein Probelauf war nicht drinn.

Soweit ich die Fahrzeugunterlagen interpretiere, bin ich nun der zehnte Besitzer und ich hoffe, es bleibt lange so.

Anfang Juni habe ich dann das Auto mit einem geliehenen Anhänger aus Bochum abgeholt. Nachdem ich die nötigen Ersatzteile beschafft hatte fing die Schrauberei an.

Eigentlich fing Bastelei an, denn je mehr ich schraubte, je mehr entdeckte ich wie unfachgerecht und stümperhaft einige Teile von den Vorbesitzern verändert oder kaputt gemacht wurden. Es müssen Leute am Werk gewesen sein, die absolut keine Ahnung davon hatten, wie man den Zustand älterer Autos erhält oder verbessert. Als krönendes Beispiel sei nur erwähnt, das anstelle des original Zündverteilers versucht wurde ein Zündverteiler aus einem VW einzubauen.

Die Geschichte geht so weiter mit falschen Türdichtungen, Auspuffhalterungen, der Himmel wurde nicht repariert oder erneuert, er wurde einfach weiß gestrichen. Zwischendurch hatte ich fast einen Kabelbrand, weil der Hauptkabelbaum keine Gummidurchführung im Karosserieblech hatte. u.s.w.

Aber am 28.7.2004 war es soweit. Nach fünf Wochen Feierabendschrauben war der Opel wieder fahrbereit. Das Auto aus der Scheune geholt und zum TÜV gefahren.

Das Ergebnis: Unterboden topp,  Bremse, Licht , Lenkung und Auspuff gut. Nur als der Prüfer die Fahrgestellnummer nicht auf Anhieb finden konnte, wurde mir etwas mulmig.  Keine Probleme, Plakette bekommen.

Inzwischen wurden Türdichtungen, der Innenhimmel, Heizungskühler, und Türgriffe ausgetauscht. 

Fazit:

Das Auto ist einfach schön und immer noch ein Hingucker. Die Arbeiten an dem Fahrzeug gehen natürlich weiter. irgendwann bekommt das Fahrzeug auch wieder seine Originallackierung. Rot mit weißem Dach!

Hollandrad: Locomotiv Ansterdam

Typ:           Favoriet Sport, Modell G

Baujahr:     1957

Ausstattung: Trommelbremsen vorn und hinten, Torpedo Dreigangschaltung,                                  Tachometer, Klappständer

Bis auf das Hinterrad, Lackierung und Sattel ist das Rad im Originalzustand.

Zur Geschichte:

Die Fa. Locomotiv (Werk in Amsterdam) tat sich 1952 mit der Fa. Simplex zusammen und war der zweitgrößte Fahrradproduzent nach Gazelle in Holland. 1965 übernahm Junker die Betriebe und 1967 übernahm Gazelle alles.

Und wie kommt man zu einem Oldtimer-Fahrrad?

Irgendwann, vor etwa zwei Jahren, hatte ich meinem halbwüchsigen Sohn mein Hollandrad ausgeliehen. Am nächsten Tag erzählte er mir das Rad hätte einen Platten. Ich staunte nicht schlecht, als ich das Malheur sah.

Das Rad war nicht einfach nur platt, es war ein Totalschaden, denn der Rahmen hatte einen Knick. Da die anderen Teile aber noch brauchbar waren machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatzrahmen. Bei der Schülerfirma Ratz Fatz wurde ich fündig. Der damalige Meister schenkte mir die Reste eines alten Hollandrades. Er meinte der Rahmen sei noch zu gebrauchen, die anderen Teile könne ich entsorgen.

So ein Fahrrad hatte ich vorher noch nie gesehen. Ich stellte mir vor, wie das Rad mal neu ausgesehen haben mochte und fand die Optik so interessant, dass ich beschloss, da könnte man vielleicht noch etwas mehr daraus machen.

Hier in Stichpunkten die Restauration:

Rad komplett zerlegt. Dann Gabel gerichtet, Hinterradaufnahme gerichtet. Neue Felgen, Reifen und Speichen für das Hinterrad bekommen und mit der Nabe verbunden. Chromteile entrostet und polliert, hintere Schutzblech gerichtet, vorderes Schutzblech musste wegen Rostfraß eigekürzt werden.

Das größe Problem waren das verschlissene Tretlager und die vordere Trommelbremse, die absolut wirkungslos war, weil irgend ein Schwachkopf den Bremshebel so viel geölt hatte, dass das Öl in die Bremse gelaufen war. Es mussten also neue Bremsbeläge her, aber es sind absolut keine Ersatzteile mehr aufzutreiben. Also wurde “improvisiert”. Beim ortsansässigen Fahrradhändler bekam ich fertige Brembacken, die vom durchmesser her zu passen schienen, leider passte die Befestigung nicht.

Da die Bremsbeläge augeklebt waren, hatte ich Überlegungen angestellt, ob es eine Möglichkeit gibt sie von den Brembacken zu trennen und sie dann auf die alten Bremsbacken aufzukleben. Die einzige Möglichkeit, die funktionierte war, sie mit einer feinen Laubsäge von der Backe zu schneiden. Den passenden Kleber bekam ich von einem Bowling- Kollegen. Was ich kaum zu hoffen gewagt hatte, es fuktioniert (es bremst) tatsächlich.

Mit dem Tretlager war es recht einfach. Der Verschleiß tritt hierbei im Winkel von 180 Grad auf beiden Lagerschalen auf. Da die Lagerringe auf der Welle aufgeschumpft sind, können sie nach Erhitzen mit einer Lötlampe um den gleichen Betrag.verdreht werden und funktionieren ebenfalls wie neu.

Die letzten Schritte waren dann alle Teile einen neuen Anschtrich zu verpassen und alles wieder zusammen zu bauen. Ich glaube das ist mir recht gut gelungen.  

Im Internet fand ich etwas zur Geschichte der niederländischen Fahrradhersteller und einen Kontakt zu einem holländischen Sammler, der mir genau sagen konnte, wie alt das Schätzchen war und wo es gebaut wurde. Er war mir auch bei der Suche nach Ersatzteilen behilflich, die in Deutschland nicht haben sind. Z.B. Dynamo, Koetz B Rücklicht. Einen Guten Scheinwerfer und Gepäckträger habe ich auf einem Teilemarkt für 3 € entdeckt. Einen Stielgerechten Tacho habe ich auf einem holländischen Flohmarkt entdeckt. Leider konnte ich bis jetzt kein originales Hinterrad auftreiben. Vielleicht hat jemand von euch einen Tipp?

 

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