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Und wie kommt man zu einem Oldtimer-Fahrrad?
Irgendwann, vor etwa zwei Jahren, hatte ich meinem halbwüchsigen Sohn mein Hollandrad ausgeliehen. Am nächsten Tag erzählte er mir das Rad
hätte einen Platten. Ich staunte nicht schlecht, als ich das Malheur sah.
Das Rad war nicht einfach nur platt, es war ein Totalschaden, denn der Rahmen hatte einen Knick. Da die anderen Teile aber noch brauchbar
waren machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatzrahmen. Bei der Schülerfirma Ratz Fatz wurde ich fündig. Der damalige Meister schenkte mir die Reste eines alten Hollandrades. Er meinte der Rahmen sei noch zu
gebrauchen, die anderen Teile könne ich entsorgen.
So ein Fahrrad hatte ich vorher noch nie gesehen. Ich stellte mir vor, wie das Rad mal neu ausgesehen haben mochte und fand die Optik so
interessant, dass ich beschloss, da könnte man vielleicht noch etwas mehr daraus machen.
Hier in Stichpunkten die Restauration:
Rad komplett zerlegt. Dann Gabel gerichtet, Hinterradaufnahme gerichtet. Neue Felgen, Reifen und Speichen für das Hinterrad bekommen und mit
der Nabe verbunden. Chromteile entrostet und polliert, hintere Schutzblech gerichtet, vorderes Schutzblech musste wegen Rostfraß eigekürzt werden.
Das größe Problem waren das verschlissene Tretlager und die vordere Trommelbremse, die absolut wirkungslos war, weil irgend ein Schwachkopf
den Bremshebel so viel geölt hatte, dass das Öl in die Bremse gelaufen war. Es mussten also neue Bremsbeläge her, aber es sind absolut keine Ersatzteile mehr aufzutreiben. Also wurde “improvisiert”. Beim
ortsansässigen Fahrradhändler bekam ich fertige Brembacken, die vom durchmesser her zu passen schienen, leider passte die Befestigung nicht.
Da die Bremsbeläge augeklebt waren, hatte ich Überlegungen angestellt, ob es eine Möglichkeit gibt sie von den Brembacken zu trennen und
sie dann auf die alten Bremsbacken aufzukleben. Die einzige Möglichkeit, die funktionierte war, sie mit einer feinen Laubsäge von der Backe zu schneiden. Den passenden Kleber bekam ich von einem Bowling- Kollegen.
Was ich kaum zu hoffen gewagt hatte, es fuktioniert (es bremst) tatsächlich.
Mit dem Tretlager war es recht einfach. Der Verschleiß tritt hierbei im Winkel von 180 Grad auf beiden Lagerschalen auf. Da die Lagerringe
auf der Welle aufgeschumpft sind, können sie nach Erhitzen mit einer Lötlampe um den gleichen Betrag.verdreht werden und funktionieren ebenfalls wie neu.
Die letzten Schritte waren dann alle Teile einen neuen Anschtrich zu verpassen und alles wieder zusammen zu bauen. Ich glaube das ist mir
recht gut gelungen.
Im Internet fand ich etwas zur Geschichte der niederländischen Fahrradhersteller und einen Kontakt zu einem holländischen Sammler, der mir
genau sagen konnte, wie alt das Schätzchen war und wo es gebaut wurde. Er war mir auch bei der Suche nach Ersatzteilen behilflich, die in Deutschland nicht haben sind. Z.B. Dynamo, Koetz B Rücklicht. Einen Guten
Scheinwerfer und Gepäckträger habe ich auf einem Teilemarkt für 3 € entdeckt. Einen Stielgerechten Tacho habe ich auf einem holländischen Flohmarkt entdeckt. Leider konnte ich bis jetzt kein originales
Hinterrad auftreiben. Vielleicht hat jemand von euch einen Tipp?
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